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Wenn eine Beziehung zugrunde geht, ist es unvermeidbar, dass mindestens eine Person am Ende verletzt wird. Vor allem derjenige, der mit der überraschenden Nachricht konfrontiert wird, muss neben den Schmerzen, die mit einem Beziehungsende einhergehen, auch noch den Schock verkraften. Natürlich bedeutet das nicht, dass die Person, die die Trennung initiiert, unverschont bleibt: Denn auch dann, wenn man sich bereits sicher ist, dass es am besten wäre, einen Schlussstrich zu ziehen, gehen einem all die positiven Momente durch den Kopf, die man vor geraumer Zeit noch an der Seite des Ex-Partners erleben durfte. Wie trenne ich mich also, wenn ich den Entschluss gefasst habe, meine Beziehung zu beenden?

Im Internet kursieren eine Vielzahl an Tipps, die einem dabei helfen sollen, eine Trennung zu überstehen. Selten aber trifft man auf Inhalte, die einem nahelegen, wie man den Schlussstrich so sanft wie möglich ziehen kann, um sich selbst und den betroffenen Ex-Partner glimpflich davonkommen lassen zu können. Vielleicht ist es unmöglich, dass du dich trennst, ohne damit einen gewissen Schmerz zu hinterlassen. Aber mit Sicherheit gibt es Wege, wie man das Leid reduzieren kann.

Schenke deiner Beziehung die nötige Anerkennung

Bevor man über eine Trennung nachdenkt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man sich nicht nur darauf konzentrieren sollte, den Abgang so sanft wie möglich zu gestalten. Denn immerhin hast du viel Zeit mit der anderen Person verbracht, Gefühle geteilt und auch eine tiefe emotionale Intimität aufgebaut. Deshalb ist es unglaublich wichtig, nach der Trennung für einen positiven Bezug mit all diesen Erinnerungen zu sorgen, die dich noch eine ganze Weile beschäftigen werden. Dabei wäre es vorteilhaft, wenn du die Gründe, die zur Trennung geführt haben, vollständig akzeptierst, um zukünftig mit positiven Gefühlen zurückblicken zu können.

Dein Ziel sollte es deshalb sein, den erfreulichen Momenten eurer Vergangenheit die Anerkennung zu schenken, die sie verdienen. Auch wenn eure Partnerschaft in letzter Zeit nicht mehr den gleichen Zauber hatte, wie am Anfang, wäre es unfair, diese einschneidenden Erlebnisse durch einen herzlosen Schlussstrich zu überschatten.

Eine Trennung durchzuziehen, bedeutet, dass du selbst viel Stress erleben wirst. Und abhängig davon, wie lange du schon darüber nachdenkst, der ganzen Sache ein Ende zu bereiten, wird deine Entscheidung für Ängste sorgen. Ist man nämlich selbst die Person, die die Trennung möchte, wird man schnell bemerken, dass der oder die Verlassene in der Regel als Unschuldslamm betrachtet wird, während man selbst als Übeltäter gebrandmarkt wird. Deshalb ist es nur verständlich, wenn die Trennung auch dann noch Schuldgefühle in dir hervorrufen wird, wenn bereits einige Wochen oder Monate verstrichen sind.

Wenn du dir sicher bist, dass eine Trennung notwendig ist, gebe ich dir ein paar Tipps mit auf den Weg, die dir dabei helfen sollten, den Schmerz auf beiden Seiten zu minimieren.

Nutze den richtigen Ort für deine Trennung

Der Ort, an dem du deinem Partner die schlechte Nachricht überbringen möchtest, kann einen großen Einfluss darauf, wie er auf die Situation reagiert. Versuche dir daher genau vorzustellen, wie die Konversation ungefähr verlaufen wird. Wird es besonders traurig werden? Wird dein Partner wutentbrannt sein? Oder vielleicht sogar aggressiv? Stelle deshalb sicher, dass der Ort, an dem du die Botschaft übermittelst, ein gewisses Maß an Privatsphäre garantiert.

Unter manchen Umständen mag es vielleicht sogar Sinn ergeben, etwas weniger Privatsphäre zu haben. Dies könnte der Fall sein, wenn du die Reaktion deines Partners unter Kontrolle behalten möchtest oder vielleicht sogar die Chance besteht, dass du schwach wirst und dich gegen deinen Willen für statt gegen die Beziehung entscheidest.

Auf den ersten Blick scheint es eine gute Idee zu sein, im Haus des Partners über die Trennung zu reden. Das Risiko besteht jedoch, dass die Abschiedskonversation sich unnötig in die Länge zieht und du vielleicht sogar davon abgehalten wirst, gehen zu können.

Vermeide Schuldzuweisungen

Einer der größten Fehler, die du machen kannst, ist es, deinem Partner während der Trennung Schuld zuzuweisen. Manche Personen fühlen sich bei einem so ernsten Gespräch dazu verpflichtet, alle möglichen Gründe zu nennen, die sie dazu bewegen, der Partnerschaft einen Schlussstrich zu setzen. Dabei wird häufig vernachlässigt, welcher Eindruck dabei beim Gegenüber hinterlassen wird und somit die Trennung, die weniger problematisch hätte ablaufen können, nun als persönlicher Angriff gewertet wird.

Fokussiere dich deshalb auf ausschlaggebende Gründe, die dich dazu veranlassen, diese Beziehung von nun an hinter dir lassen zu wollen und versuche deine Argumente auf dich zu beziehen, statt auf deinen Partner.

Wie du dir sicher denken kannst, geht jede Person anders mit einer Trennung um. Während manche es bevorzugen, die wahren Gründe dafür zu erfahren und möglichst viele Informationen gewinnen möchten, präferieren manche es, bei dieser ohnehin schon schwierigen Angelegenheit lieber im Dunkeln zu tappen.

Formulierst du deine Sätze so, dass du deine Beweggründe aus deiner Perspektive mitteilst (Ich fühle mich…, Ich brauche… etc.), hast du den klaren Vorteil, dass es für deinen Partner schwierig wird, gegen deine persönliche Wahrnehmung der Dinge gegen anzukämpfen. Unterstellungen hingegen werden lediglich dazu führen, dass er in die Defensive gehen und versuchen wird, sich zu rechtfertigen.

Schaue nicht zurück, wenn du den Entschluss gefasst hast

Berechtigterweise ist es für manche Menschen eine Qual, einem Partner herzzerbrechende Worte mitzuteilen und ihm dabei gegenübersitzen zu müssen. Kurz bevor man der Sache ein Ende setzen möchte, schaut man der einst geliebten Person in die Augen und plötzlich schießen einem all die besonderen Momente durch den Kopf, die man miteinander erleben durfte. Und dann beginnt man anzuzweifeln, ob eine Trennung wirklich das Richtige ist.

Es ist wichtig zu erkennen, dass du langfristig gesehen deinem Partner einen größeren Gefallen damit tust, wenn du entschieden an dein Vorhaben herangehst und Willenskraft beweist. Selbstzweifel können nämlich dazu führen, dass dein Partner diese Zweifel wahrnimmt und sich dadurch falsche Hoffnungen macht, weil er insgeheim denkt, dass die Möglichkeit einer Wiedervereinigung besteht.

Sei dir deshalb sicher, dass diese Trennung einen höheren Stellenwert für dich hat, als all die unangenehmen Gefühle, die du bei der Überbringung der Nachricht für einen kleinen Moment spüren wirst.

Akzeptiere, dass die ganze Sache für dich unangenehm wird

Trennungen werden immer schmerzen und leider gibt es kein Geheimrezept dafür, wie man sie angenehmer gestalten kann. Deshalb ist es wichtig, dass du dich bereits im Voraus darauf einstimmst, dich mit den Unbequemlichkeiten einer beendeten Partnerschaft auseinandersetzen zu müssen. Denn nur weil sich das ganze manchmal unüberwindbar anfühlt, bedeutet es nicht, dass es die falsche Entscheidung war.

Viele Menschen sind heutzutage darauf aus, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Der Gedanke sich unangenehmen Situationen auszusetzen, ist für einige von ihnen so ungewöhnlich, dass sie lieber unglücklich in einer Partnerschaft versauern würden, anstatt den Tatsachen in die Augen zu schauen und einfach ehrlich zu sein.

Halte dir daher immer vor Augen, dass der momentane Schmerz immer besser sein wird als eine Beziehung, die von dir nur noch künstlich am Leben gehalten wird.

Unterlasse zumindest vorübergehend den Kontakt zu deinem Partner

Abhängig von den Gründen, die dich dazu veranlassen, die Beziehung zu beenden, scheint die Versuchung manchmal groß zu sein, den Kontakt zum Ex-Partner nach der Trennung aufrechtzuerhalten. Es ist nämlich keine Seltenheit, dass Paare, die vor Kurzem noch über getrennte Wege gesprochen haben, auf einmal wieder zusammen im Bett liegen. Und genau solche Unfälle können zu zwei verschiedenen Situationen führen.

  • Dein Ex-Partner könnte die wiedergefundene Intimität als Versöhnung deuten und du hinterlässt damit einen noch viel größeren Schmerz, als wenn du einen konsequenten Schlussstrich gezogen hättest.
  • Du lässt dich ein weiteres Mal auf die Beziehung ein, nur um im Nachhinein zu realisieren, dass du bereits über den Herzschmerz hinweg sein könntest.

Deshalb ist es ratsam, nach einer beendeten Partnerschaft zumindest vorübergehend den Kontakt einzustellen. Natürlich wird das kaum möglich sein, sollten Kinder in der ganzen Sache involviert sein. Unter diesen Umständen wäre es ratsam, den Kontakt nach gegebenen Möglichkeiten zu unterbinden.

Ghoste deinen Partner nicht

Warum sollte man sich einem schwierigen Gespräch stellen, wenn man stattdessen die herzzerreißenden Blicke des Partners vermeiden könnte?

Die Idee scheint verlockend zu sein, Schuldgefühlen und Konfrontationen einfach aus dem Weg zu gehen und den Partner einfach zu ghosten. Das würde bedeuten, dass du ohne Vorwarnung den Kontakt abbrichst, deine Telefonnummer und E-Mail-Adresse wechselst und auf sämtlichen sozialen Medien sicherstellst, nicht mehr erreichbar zu sein. Auf diesem Wege würdest du deinem ehemaligen Partner die Möglichkeit nehmen, sich aus der ganzen Sache einen Reim machen und mit der Trennung vollständig abschließen zu können.

Nicht nur aus moralischer Sicht wäre so ein Verhalten unterirdisch. In der Regel plagen Menschen, die ihre Partner ghosten, im Nachhinein Probleme, die sie hätten verhindern können, wenn sie stattdessen klaren Tisch gemacht hätten.

Vermeide Lügen

Natürlich ist es in Ordnung, die wahren Gründe für deine Trennung zu modifizieren, um so zu vermeiden, dass du deinem Partner unnötigen Schmerz zufügst. Das bedeutet jedoch nicht, dass man vorsätzlich lügen sollte. Wenn der Partner das Bedürfnis äußert, über die Gründe vollständig informiert zu werden, wäre es ratsam, nur ein paar deiner Beweggründe zu äußern, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen.

Der beliebte Satz: „Eigentlich liegt es nicht an dir – es liegt an mir!“ scheint die perfekte Notlösung zu sein. In den meisten Fällen sorgt genau dieser Satz beim Gegenüber aber nur dafür, dass diese offensichtliche Lüge als ein erbärmlicher Versuch gewertet wird, mit dem man nur darauf abzielt, den Partner abzufertigen.

Bevorzuge es deshalb, deinem Partner mit der nötigen Anerkennung gegenüberzutreten.

Vermeide es, aus deiner Beziehung eine Freundschaft werden zu lassen

Oft denkt man, man könne den Konsequenzen einer Trennung aus dem Weg gehen, wenn man aus der Beziehung eine Freundschaft macht. Letztendlich führt dieses gut gemeinte Vorhaben in den meisten Fällen nur dazu, dass am Ende Hoffnungen entstehen und der Schmerz noch viel tiefer sitzt.

Vielen Menschen fällt es leichter, einem Partner die Dinge zu sagen, die er hören möchte. Man möchte die angespannte Situation deeskalieren und erhofft sich dadurch, den Unannehmlichkeiten einer Trennung aus dem Weg gehen zu können, indem man eine Freundschaft anbietet oder sich auf diesen Gedanken einlässt, obwohl man vorher noch eine konsequente Entscheidung treffen wollte.

Solltest du aus irgendwelchen Gründen daran interessiert sein, eine Freundschaft zu deinem Ex-Partner aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass du klar und deutlich kommunizierst, wie du dir dieses Arrangement zukünftig vorstellst. Denn ansonsten wird die Person denken, dass die Freundschaft einer Beziehung auf Bewährung entspricht und die Chancen für ein Zusammenkommen mit dir nicht ausgeschlossen sind.

Sei dir sicher, dass du die Beziehung beenden willst

Dieser Punkt scheint sehr offensichtlich zu sein. Wie oft hat man bereits mitbekommen, dass Personen, die kurz vor einer Trennung standen, im letzten Moment noch ihre Meinung geändert und diese Entscheidung im Nachhinein auch nicht bereut haben? Mit dieser Frage möchte ich dir nahelegen, dass du dir wirklich sicher sein solltest, wenn du eine Trennung in Erwägung ziehst und darüber nachdenkst, deinem Partner die unangenehme Nachricht zu überbringen.

Vielleicht zweifelst du daran, ob du der Sache ein Ende setzen solltest, weil du Angst davor hast, alleine zu sein. Natürlich wäre das kein triftiger Grund, um noch weiterhin an einer Partnerschaft festzuhalten, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich hat.

Solltest du das Gefühl haben, dass die Beziehung gerettet werden könnte, wäre es ratsam, ein ernstes Gespräch in Erwägung zu ziehen und deine Bedürfnisse deinem Partner mitzuteilen, anstatt die Beziehung einfach zu beenden.

Wie trenne ich mich? – Ein Fazit

Wenn man erkennt, dass die Beziehung ihr Ende erreicht hat, kann das für alle Beteiligten ein emotionales Chaos bedeuten. Halte dir jedoch stets vor Augen, dass diese Phase überwindbar ist und du in absehbarer Zeit mit klarem Kopf darüber nachdenken wirst – ohne all die Schuldgefühle.

Ganz egal, ob sie ein Leben lang halten oder nur für eine kurze Zeit, Beziehungen haben eine besondere Bedeutung. Sie können uns beibringen, wer wir sind, was wir wirklich wollen und vor allem, was wir in einem zukünftigen Lebenspartner suchen.

Nutze die neu gewonnene Zeit, um dich auf dich selbst zu konzentrieren. Denn von nun an kannst du wieder deinen Leidenschaften nachgehen und die Freude wiedergewinnen, die dir in deiner Partnerschaft verloren gegangen ist.


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